Einige Informationen über Wolle

Welche Arten von Wolle gibt es?


Um bei der Wahl Ihres Strickteils die richtige Wolle zu finden, bedarf es einiger Kenntnis der verschiedenen Wollarten. Es gibt zur Zeit viele Synthetikgarne. Diese haben den Vorteil, dass sie bei der Pflege anspruchsloser sind als z.B. ein Pullover, der aus reiner Schurwolle gestrickt wurde. Hier gilt es abzuwägen, was Ihnen wichtiger ist: ein wirkliches Naturprodukt oder eher ein Teil, welches auch einmal richtig strapaziert werden kann.
Die nachfolgende Auflistung erhebt selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Alpaka


Alpakawolle wird aus den Haaren des Alpakaschafes gewonnen. Die Wolle ist besonders weich.Es gibt sie in verschiedenen Stärken und in vielen Farben. Alpakawolle eignet sich gut für Norwegermuster und Flächenaufteilungen, aber auch für plastische Muster. Man kann aber auch aus Alpakawolle jedes Kleidungsstück arbeiten. Die Wolle ist durch den weichen glatten Faden besonders leicht zu verarbeiten, auch ideal für den Anfänger.

Angorawolle


Angorawolle wird aus den Haaren des Angorakaninchens gewonnen. Diese Tiere werden sehr selten gezüchtet und die Wolle ist daher sehr kostbar und teuer. Sie ist relativ einfach zu verarbeiten, flust aber beim Stricken. Die flauschige Wolle wärmt sehr und eignet sich zum Herstellen von Mützen uns Schals besonders gut. Sehr aufwendig und teuer ist allerdings ein ganzer Pullover aus Angorawolle. Locker und glatt verstrickt kommt das Material am besten zur Geltung. Kleinere Mengen kann man auch gut als Effektfaden zwischen glatter Wolle einsetzen.

Baumwolle


Die Baumwolle wird aus einer Pflanze gewonnen, und zwar aus den feinen, weißen Samenfasern des Baumwollstrauches. Sie hat angenehme Trageeigenschaften, kühlend im Sommer, wärmend im Winter. Außerdem zeichnet sie sich durch problemlose Pflegeeigenschaften aus und ist meist recht preiswert. Man kann mit Baumwolle sowohl luftige Lochmuster als auch plastische Muster stricken. Die einfachste und preiswerteste Qualität ist die Topflappen-Baumwolle. Man kann sie nicht nur für Topflappen sondern auch für Sommerpullover verwenden. Natürlich gibt es auch Baumwolle als hochwertigeres und wesentlich teureres Cablé-, Bluclé- oder Noppengarn, welches sich mit besseren Trageeigenschaften bezahlt macht. Baumwollgarne gibt es in vielen modischen Farben.

Bouclégarn


Bouclégarn besteht aus einem glatten Faden, um den ein Schlingenfaden gedreht wird. Dieses Garn gibt es aus verschiedenen Rohfasern: Wolle, Baumwolle oder Kunstrasern, einfarbig oder auch mit farbigen Noppen. Das Material ist durch die Schlingen nicht so einfach zu verarbeiten. Allerdings fallen hier kleine Unregelmäßigkeiten beim Stricken nicht so auf. Man muss auch keine besonderen aufwändigen Muster stricken. Auch Kombinationen mit glatter Wolle haben eine interessante Wirkung.

Cablégarn


Als Cablégarn bezeichnet man einen stark gedrehten Faden aus mehreren einzelnen Zwirnen. Das Material ist strapazierfähig und wird hauptsächlich aus Wolle oder Baumwolle hergestellt. Es ist sehr glatt und lässt sich sehr leicht verarbeiten. Plastische Muster und Lochmuster sehen mit diesem Garn besonders gut aus. Stricksachen erhalten auch nach der Wäsche ihre Form. Es gibt Cablégarn in einer großen Farbpalette.

Chenille


Chenille ist ein samtartiges Garn, welches aus Wolle, Baumwolle oder auch Kunstfasern hergestellt wird. Ein Strickteil mit diesem Material erhält eine samtartige Oberfläche, langhaariges Chenillegarn wirkt plüschartig, fast wie ein Pelz. Chenillegarn ist schwierig zu verarbeiten und nicht besonders strapazierfähig. Man verstrickt es am besten glatt rechts. Als Anfänger sollte man eher auf eine anderes Garn zurückgreifen.

Dochtwolle


Dochtwolle ist eine kaum gedrehte, wattig-weiche reine Wolle. Durch das voluminöse Maschenbild kommen plastische Muster gut zur Geltung. Dochtwolle wird mit einer dicken Nadel verstrickt. Man muss allerdings darauf achten, dass der empfindliche Faden beim Stricken nicht zerteilt wird. Dochtwolle ist ideal geeignet für dicke, warme Pullover und Jacken.

Kunstfasern


Synthetische Garne, wie Orlon, Nylon, Dralon, Perlon und Acryl werden entweder 100-prozentig oder gemischt mit anderer Wolle versponnen, um eine Festigkeit und Haltbarkeit zu gewährleisten. Vorteile der Kunstfasern sind, dass sie ausgesprochen pflegeleicht sind, sich einfach verarbeiten lassen und nicht ausleiern. Nachteil jedoch ist der mangelnde Wärmeaustausch. Kunstfaseranteile sind heute in sehr vielen guten Garnqualitäten vorhanden. So lange die Naturfaser den überwiegenden Anteil stellt, hat die Verwendung von Kunstfaseranteilen sicher positive Eigenschaften.

Kunstseide


Kunstseide ist eine Chemiefaser auf Zellulosebasis. Das Material ist glatt und glänzend und nicht einfach zu verarbeiten. Es rutscht leicht und ist außerdem nicht besonders preiswert. Kunstseide hat eine festliche, edle Wirkung, die bereits bei kleineren Stücken wirkt, bei einem Schal zum Beispiel. Für größere Stücke ist sehr viel Gedult erforderlich. Effekte erzielt man auch mit Kunstseidengarn, wenn man es als Mitlauffaden zu öanderen Garnen verwendet.

Leinengarn


Als Pflanzliche Faser wird Leinengarn meist in unregelmäßig versponnenen Fäden dangeboten. Leinengarn ist durch diese unterschiedliche Verarbeitung nicht sehr leicht zu verstricken. Allerdings kann man schon durch ein glatt rechts gestricktes Teil eine Wirkung erzielen. Meist verarbeitet man Leinen für Sommerpullover und leichte Teile. Das nicht unbedingt billige Material bekommt man in vielen Natur- und Pastellfarben

Lurex


Lurexgarn besteht aus einem Synthetikfaden, umsponnen mit einem Matallfaden. Das glitzernde Material eignet sich zum Herstellen von Abendgarderobe. Man kann es auch gut als Glanzeffekt in Streifen oder Noppen zwischen einfarbigem, glatten Material verarbeiten. Es ist nicht besonders einfach zu verarbeiten, da es beim Stricken schlecht über den Finger rutscht - also eher etwas für Profis.

Mohair


Mohairwolle ist langhaarig und flauschig. Sie wird aus den Haaren der Mohair- oder Angoraziege (nicht vom Angorakaninchen) gewonnen. Sie sollte mit dicken Nadeln locker verarbeitet werden.

Naturwolle


Unter Naturwolle versteht man immer reine Wolle. Sie wird aus leicht gedrehten Fäden hergestellt und es gibt sie in verschiedenen Naturtönen. Naturwolle eignet sich zum Stricken von irischen und plastischen Mustern.

Seide


Reine Seide wird aus den Konkons der Seidenraupe gewonnen. Es ist ein sehr teures und anspruchsvolles Material, welches sich durch einen leichten Glanz auszeichnet. Seidengarn ist angenehm auf der Haut zu tragen. Man verarbeitet es am besten zu plastischen Mustern. Das Garn alleine hat keine Struktur. Es leiert leicht aus und verliert oft die Form. Stricken Sie das Teil daher lieber etwas zu klein oder verwenden Sie lieber eine Mischung mit einem Seidenanteil.

Shetlandwolle


Diese Wolle sieht leicht rauh aus und kommt von den Schafen der Shetlandinseln. Das Material ist nur wenig gedreht und meistens in melangierten Farben erhältlich. (melangiert = mehrere verschiedenfarbige gedrehte Fäden). Stricksachen mit Norwegermustern sind besonders geeignet für dieses Material.

Sportwolle


Sie besteht aus reiner Wolle. Der einzelne Faden wird stark gedreht und waschmschinenfest ausgerüstet. Sportwolle ist leicht zu verarbeiten und ebenfalls pflegeleicht. Das ideale Material für Kinder- und Sportpullover.

Tweed


Tweedwolle hat einen unregelmäßigen und noppigen Effekt. Er wird erzielt durch eingezwirnte, manchmal auch andersfarbige Knötchen. Das Maschenbild bekommt ein flauschiges Aussehen, wenn dem Material etwas Mohairwolle hinzugefügt wird. Man benötigt kein aufwändiges Muster, da die Wolle selbst schon genügend Struktur mit sich bringt. Tweed ist nicht einfach zu verarbeiten. Das Material eignet sich sehr gut für rustikale Pullover, Jacken und Männerpullover. Meist wird die Wolle in Naturtönen angeboten.
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